Stadtverband Münzenberg    
    HomeHome    KontaktKontakt    ImpressumImpressum   

Interner BereichIntern

 

 

Bericht

CDU-Münzenberg zu Besuch in den Quarzwerken, Gambach

[06.02.17] Der Werkleiter der Gambacher Quarzwerke, Holger Hachenburger, empfing am Montag, dem 06.Februar 2017 Mitglieder der CDU-Münzenberg gemeinsam mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Henry Grambauer zu einem Besichtigungstermin, um über die aktuelle Situation des Betriebs zu berichten. Das Quarzwerk Gambach ist eine Niederlassung des Familienunternehmens, der Quarzwerke GmbH, mit Hauptsitz in Frechen, die in der Gesamtgruppe weltweit ca. 3.500 Mitarbeiter beschäftigen. Im Werk Gambach werden derzeit 22 Personen beschäftigt.
Seit 1958 werde in Gambach hochreiner Quarzsand abgebaut und das sowohl über als auch unter dem Grundwasserspiegel, erklärte Hachenburger den Besuchern, wobei das erforderliche Wasser hauptsächlich im Kreislauf genutzt wird.
Man verfügt über die bergrechtliche Genehmigung des Tagebaus von derzeit ca. 17 Hektar. Damit sei nun theoretisch die Grundlage für den Abbau bis ins Jahr 2080 geschaffen worden. Zudem sei die in den 1990er Jahren begonnene Sanierung des Werkes abgeschlossen, so dass man ohne Probleme weitere 30 Jahre produzieren könne, erläuterte Werkleiter Hachenburger.
Momentan werden rund 150.000 Tonnen Quarzsand im Jahr abgebaut, gewaschen, klassiert und getrocknet.
Abnehmer für den aufbereiteten Quarzsand sind hauptsächlich Gießereien und die Glasindustrie.
Leider gab es durch starke Mengenreduzierung eines Großabnehmers Umsatzeinbußen.
Man versuche jedoch das Werk möglichst rentabel weiter zu führen und den 2-Schicht-Betrieb aufrecht zu erhalten, so Hachenburger.
Die Quarzwerke machen zwischenzeitlich erste Schritte in den Markt für kunstharzumhüllten Sand um in eigener Regie fußzufassen, nachdem es zuvor eine Trennung von bisherigen Partner gab, hier hat Gambach, mit der besten Umhüllungsanlage Europas und dem Knowhow erfahrener Mitarbeiter, gute Chancen.
Im Werk wird der gewonnene Quarzsand in Aufbereitungsanlagen nach bestimmten Korngrößen zu 5 Sorten klassiert. Dies wird als Sand/Wasser-Gemisches durch sog. Aufstromklassierer geleitet. In diesen Aufstromklassierern setzt sich der Sand durch die Schwerkraft und definierter Wassergegenströmungen je nach Korngröße in verschiedenen Kammern ab. Das Wasser für diesen Prozess wird dem Tagebausee entnommen und diesem nach Durchlaufen der genannten Technik chemisch und thermisch unverändert, unmittelbar wieder zugeleitet. Das Aufbereitungswasser wird demnach in einem Kreislauf geführt, wobei der Tagebausee als Wasserreservoir genutzt wird. D.h. dasselbe Wasser wird immer wieder verwendet. Lediglich ca. 5 % des genutzten Wassers, welches beim Trocknungsprozess verdampft oder mit Feuchtsand verkauft wird, somit entstehen keine weiteren Wasserverluste.

Ein Problem besteht allerdings darin, dass jeder einzelne Umlauf voll mit einem Wasserentnahmeentgelt belegt werden soll und somit einen nicht unerheblichen Kostenfaktor darstellt
Man befürchtet eine fiskalische Wettbewerbsverzerrung, durch Strafzölle wie die geplante Kiesabgabe und den Wassercent, Das Wasserentnahmeentgelt (sog. „Wassercent“) wurde vom Bundesverfassungsgericht als so genannte „Vorteilsabschöpfungsabgabe“ für zulässig erklärt. Dieser Gedanke wurde in NRW zu einem „Kieseuro“ weiter entwickelt.

Die Wasserhaltung ist seit 50 Jahren unverändert, dennoch gibt es Anforderungen, die das Weiterbestehen des Unternehmens in Gambach gefährden könnten. Die Quarzwerke wenden einen 5-stelligen Betrag für die Überwachung der Wasserqualität und Zusammensetzung auf. Fast 100 chemische Elemente werden überwacht, auch wenn viele von ihnen seit Jahren unterhalb der Bestimmungsgrenze liegen.
Die Fische, Teichmuscheln, der Flussregenpfeifer und die Uferschwalben fühlen sich seit Jahrzenten hier wohl, so Werksleiter Hachenburger, „dann kann das Wasser nicht so schlecht sein“.
Auch zahlreiche andere Tierarten wie z.B. Kreuz-und Wechselkröten (alles Arten die auf der s.g. Roten Liste stehen) haben sich im besonderen Biotop Tagebau angesiedelt bzw. finden hier einen speziellen Lebensraum.
Hierdurch kann man den durchaus hohen Auflagen des Naturschutzes und zum Wohle der Umwelt entsprechend Rechnung tragen und tue dies auch gerne. Mit Stolz, so Hachenburger, verweist man im hiesigen Werk auf die Auszeichnungen, die man für sein diesbezügliches Engagement bekommen habe und halte sich auch weiterhin an die miteinander festgelegten Rekultivierungspläne.
Auch neue, kostenintensive Anforderungen zum Umgang mit Oberböden werden umgesetzt.
Die knappe Personalausstattung bei den Genehmigungsbehörden sorgt für Unsicherheit. Genehmigungen können nicht mehr zeitnah erwartet werden. Die Bearbeitung erfolgt immer mehr nach Aktenlage, denn die Behörden scheinen nicht mehr die Zeit und das nötige Personal zu haben, um sich mit der Situation der Unternehmen detailliert vor Ort auseinander zu setzen.
Abschließend wurde seitens der Kommunalpolitiker zahlreiche Fragen gestellt und von der Werksleitung entsprechend kommentiert. Fakt ist, dass der Betrieb aufgrund der etwas rückläufigen Fördermengen derzeit nach alternativen Absatzmöglichkeiten sucht. Hierzu zählen neue Sandsorten auf der einen Seite, aber auch Überlegungen andererseits, den geänderten Markt und Absatzverhältnissen entsprechend positiv zu begegnen. U.a. wird derzeit ein Szenario untersucht, um im Markt mit den Gießereien, aufgrund der Elektromobilität, einer reduzierten Abnahme von Sanden zu begegnen. Zumal man in dieser Industrie verstärkt auf regenerierten Gießerei -Sand setzt. Man untersucht in diesem Zusammenhang die Möglichkeit einer engen Zusammenarbeit mit den Kunden zum Thema Sand-Recycling im Werk Gambach. Zielsetzung all dieser Tendenzen ist eindeutig den Standort in Gambach auch mittel – und langfristig zu sichern.
Harr Hachenburger dankte auch dem amtierenden BGM Zeiß und dem Bauhofleiter Herrn Beppler-Alt für eine ergebnisorientierte und unkomplizierte Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung. Er wünscht sich, dass dies auch in Zukunft mit den städtischen Gremien weiterhin gut funktionieren wird.

Mit herzlichen Dankesworten, verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft verabschiedeten sich die CDU-Kommunalpolitiker.

CDU-Stadtverband Münzenberg
Der Vorstand
Mzbg.-Gambach, 13.Februar 2017 HR







Zurück Zurück

Seite druckenSeite drucken

 

Ticker